FINSTER WAR DIE NACHT

Lehrstück von Dirk Schattner

FINSTER WAR DIE NACHT untersucht gesellschaftliche Fragestellungen mit den Mitteln von Theater.  Theater als Medium ist sicher nicht dazu in der Lage, Probleme wie dieses zu lösen, aber es bietet ein wichtiges Podium für deren Diskussion, das deren Akteure mit der notwendigen Aufmerksamkeit, vielleicht sogar mit Argumenten auszustatten kann, die zu einer Lösung beitragen mögen.
Das Thema und die Form seiner Darstellung stehen mit einer grundsätzlichen Überzeugungen über Funktion, Möglichkeiten und Rolle von Theater zusammen: dass wir Geschichte und auch eine Geschichte erzählen, dass dies in einer hohen Konzentration auf den Austausch über die aktuelle politische Situation geschieht. Unsere Sache ist es nicht nur, durch emotionale Einwirkung zu überzeugen, sondern die der hellwachen Wahrnehmung einzuüben.
Wen sehen wir in den Protagonisten der von uns auf der Bühne erzählten Geschichte. Wen nehmen wir wahr, wen wollen wir wahrnehmen. Begreifen wir ihre Geschichte emotional und erlauben wir, dass dies dazu führt, dass wir im Zweifel für Mitleid, Mitgefühl, Engagement, offene Grenzen, Hilfe, Unterstützung plädieren? Oder machen wir unantastbar für die hier auf uns einstürmenden Gefühle, schliessen wir die Grenzen, emotional und politisch und erlauben, dass Politiker unsere Angst oder Unzufriedenheit benutzen? Mit wie vielen Menschen unter wie vielen Umständen, mit wie vielen Lebewesen in wie vielen Situationen sind wir in der Lage, Empathie zu empfinden? Wie viel Empathie halten wir aus, ohne selbst handlungs- oder lebensunfähig zu werden?

 

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